
Grünes Paradies im Schatten: Die schönsten Pflanzen für Nordbalkone und schattige Ecken 2026
Viele Pflanzenliebhaber blicken oft mit einem Seufzer auf ihren Nordbalkon oder die beständig schattigen Ecken ihres Gartens. Die Vorstellung, dort eine grüne Oase zu schaffen, scheint auf den ersten Blick entmutigend. Doch lassen Sie sich nicht täuschen: Gerade diese Standorte bieten ein enormes Potenzial für faszinierende Pflanzengemeinschaften, die mit ihrer besonderen Ästhetik und ihrem robusten Charakter überraschen. Basierend auf meiner langjährigen Erfahrung im Urban Gardening kann ich Ihnen versichern, dass ein grünes Paradies im Schatten nicht nur möglich, sondern sogar außerordentlich reizvoll ist. Lassen Sie uns gemeinsam entdecken, wie Sie diese vermeintliche Einschränkung in eine wahre Stärke verwandeln.
Table Of Content
- Den Schatten verstehen: Was bedeutet “schattig” für Pflanzen?
- Die Königsklasse der Schattenpflanzen: Blühende Schönheiten für Nordbalkone
- Grünes Laub für alle Fälle: Robuste Blattschmuckpflanzen für dunklere Bereiche
- Essbares Grün im Halbschatten: Kräuter und Gemüse für den Nordbalkon
- Die richtige Pflege für Schattenbewohner: Erde, Töpfe, Bewässerung und Düngung
- Schritt 1: Das passende Substrat wählen
- Schritt 2: Die richtige Topf- und Kübelgröße
- Schritt 3: Bewässerung – weniger ist oft mehr
- Schritt 4: Düngeempfehlungen für Schattenpflanzen
- Worauf man achten sollte: Planung und Gestaltung Ihres Schattenbalkons
- Häufige Fehler vermeiden: So gedeiht Ihr Schattenparadies
- Häufig gestellte Fragen
- H3: Welche Kräuter wachsen im Schatten gut?
- H3: Wie oft sollte ich Schattenpflanzen gießen?
- H3: Sind alle Schattenpflanzen winterhart?
- H3: Kann ich im tiefen Schatten Gemüse anbauen?
- H3: Brauchen Schattenpflanzen Dünger?
Den Schatten verstehen: Was bedeutet “schattig” für Pflanzen?
Bevor wir uns den geeigneten Pflanzen widmen, ist es entscheidend, die verschiedenen Schattentypen zu differenzieren. Ein “schattiger” Standort ist nicht gleich ein “schattiger” Standort. Im Gartenbau und für die Pflanzenpflege unterscheiden wir primär zwischen drei Abstufungen: Halbschatten, lichter Schatten und tiefer Schatten. Ein Verständnis dieser Nuancen ist der Schlüssel zur erfolgreichen Pflanzenauswahl und -pflege.
Als Halbschatten bezeichnen wir Bereiche, die täglich etwa zwei bis vier Stunden direktes Sonnenlicht erhalten, meist morgens oder abends, und ansonsten hell sind, aber keine direkte Sonneneinstrahlung erfahren. Dies ist oft auf Ost- oder Westbalkonen der Fall oder unter lichten Bäumen. Ein Nordbalkon kann im oberen Bereich durchaus Halbschatten bieten, wenn er nicht durch höhere Gebäude direkt beschattet wird. Der lichter Schatten hingegen bedeutet, dass der Standort hell ist, aber niemals direktes Sonnenlicht abbekommt – man spricht oft von “indirektem Licht”. Dies ist der häufigste Zustand auf einem klassischen Nordbalkon. Und schließlich gibt es den tiefen Schatten, wo kaum oder gar kein direktes Sonnenlicht hinfällt und die Lichtintensität auch indirekt sehr gering ist, beispielsweise unter dichten Baumkronen oder in engen Lichthöfen. Für die meisten Topfkulturen auf dem Balkon liegt der Fokus auf Halbschatten bis lichten Schatten.
Die Lichtintensität beeinflusst maßgeblich die Photosynthese der Pflanzen. Pflanzen, die für schattige Standorte optimiert sind, haben oft größere und dünnere Blätter, um auch geringes Licht effizienter aufnehmen zu können. Ihre Wurzeln sind häufig weniger tiefgründig und bevorzugen eine gleichmäßige Bodenfeuchte, da die Verdunstung im Schatten geringer ist. Es ist unerlässlich, diese physiologischen Anpassungen bei der Auswahl zu berücksichtigen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass viele Anfänger hier den Fehler machen, einfach “irgendwelche” Pflanzen in den Schatten zu stellen und sich dann wundern, warum sie nicht gedeihen.

Die Königsklasse der Schattenpflanzen: Blühende Schönheiten für Nordbalkone
Wer sagt, dass ein Nordbalkon oder eine schattige Ecke nicht farbenfroh sein kann? Es gibt eine Vielzahl an Pflanzen, die sich im Schatten prächtig entwickeln und mit ihren Blüten für wahre Highlights sorgen. Hier stelle ich Ihnen einige meiner Favoriten vor, die in Deutschland problemlos erhältlich sind und sich hervorragend für die Topfkultur eignen.
Eine absolute Königin des Schattens ist die Fuchsie (Fuchsia hybrida). Sie liebt den Halbschatten bis lichten Schatten und belohnt uns mit einer unendlichen Fülle an glockenähnlichen Blüten in den schönsten Rot-, Rosa-, Lila- und Weißtönen. Fuchsien benötigen einen feuchten, aber gut durchlässigen Boden und regelmäßige Düngergaben während der Blütezeit. Wählen Sie für eine Hängepflanze eine Hängeampel von mindestens 20 cm Durchmesser; stehende Sorten fühlen sich in Töpfen ab 25 cm Durchmesser wohl. Basierend auf meiner Erfahrung sind sie etwas durstiger als andere Schattenpflanzen, daher ist eine tägliche Wasserkontrolle im Sommer unerlässlich.
Ein weiterer Star ist die Hortensie (Hydrangea macrophylla). Obwohl viele Hortensienarten auch Sonne vertragen, bevorzugen die Bauernhortensien den Halbschatten, insbesondere die Mittagszeit sollte schattig sein, um Blattverbrennungen zu vermeiden. Mit ihren imposanten Blütenbällen in Blau, Rosa, Weiß oder sogar Violett schaffen sie eine luxuriöse Atmosphäre. Für die Topfkultur empfehle ich Sorten, die kompakter wachsen. Ein Kübel von mindestens 30-40 Litern ist ratsam, da Hortensien kräftige Wurzeln entwickeln. Sie benötigen einen feuchten, nährstoffreichen und leicht sauren Boden. Gießen Sie sie regelmäßig und düngen Sie sie während der Vegetationsperiode mit einem speziellen Hortensiendünger, um die Blühfreudigkeit zu fördern und bei blauen Sorten die Farbe zu erhalten.
Nicht zu vergessen sind das Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana) und seine modernen Hybriden wie die Neuguinea-Impatiens. Sie sind bekannt für ihre unermüdliche Blüte von Frühjahr bis Herbst und ihre Vorliebe für den Schatten. Während das klassische Fleißige Lieschen etwas anfälliger für den Falschen Mehltau ist, sind die Neuguinea-Impatiens robuster und in leuchtenden Farben erhältlich. Sie passen perfekt in Töpfe, Kästen und Hängeampeln ab 15-20 cm Durchmesser. Sie lieben eine gleichmäßige Feuchtigkeit und sollten nicht austrocknen, da sie sonst schnell die Blätter hängen lassen. Eine wöchentliche Düngung mit Flüssigdünger unterstützt die reiche Blüte.
Grünes Laub für alle Fälle: Robuste Blattschmuckpflanzen für dunklere Bereiche
Manchmal sind es nicht die Blüten, die einen Standort zum Strahlen bringen, sondern das vielseitige Grün der Blätter. Blattschmuckpflanzen bieten das ganze Jahr über Struktur und Farbe, selbst wenn keine Blütenpracht vorhanden ist. Sie sind oft pflegeleichter und widerstandsfähiger gegenüber Temperaturschwankungen.
Der Efeu (Hedera helix) ist der Klassiker unter den schattenliebenden Blattschmuckpflanzen. Ob als Kletterpflanze an einem Rankgitter, als Hängepflanze über den Topfrand oder als Bodendecker in einem breiten Kübel – Efeu ist unglaublich vielseitig. Es gibt unzählige Sorten mit unterschiedlich geformten und gemusterten Blättern, von tiefgrün bis hin zu panaschierten Varianten mit weißen oder gelben Rändern. Efeu ist extrem robust, kommt mit wenig Licht aus und ist sehr pflegeleicht. Ein Topf von 20-30 cm Durchmesser ist ausreichend; er benötigt keine speziellen Bodenansprüche, solange die Erde nicht zu Staunässe neigt. Im Winter ist er in der Regel winterhart und benötigt nur wenig Wasser.
Eine weitere wunderbare Option sind die Funkien (Hosta). Diese Stauden sind wahre Meister des Schattens und bestechen durch ihre beeindruckenden Blätter, die in unzähligen Größen, Formen und Farben – von Blau- über Grün- bis hin zu Gelbtönen, oft panaschiert oder gerippt – erhältlich sind. Funkien bilden im Sommer auch zarte Blütenstände aus, die Insekten anlocken. Sie sind perfekt für größere Kübel ab 30 cm Durchmesser geeignet, wo ihre Blätter voll zur Geltung kommen können. Funkien benötigen einen humosen, nährstoffreichen und feuchten Boden. Achten Sie auf Schnecken, die leider auch Liebhaber dieser Pflanzen sind! Eine gute Drainage im Topf ist entscheidend, um Wurzelfäule zu vermeiden.
Für einen Hauch von Exotik empfehle ich das Purpurglöckchen (Heuchera). Diese Staude ist bekannt für ihr farbenprächtiges Laub, das von Grün über Bronze bis hin zu tiefem Purpur und sogar fast Schwarz reicht. Viele Sorten haben auch silbrige oder gemusterte Blätter. Purpurglöckchen sind sehr robust, winterhart und gedeihen hervorragend im Halbschatten bis lichten Schatten. Sie passen gut in Töpfe ab 15-20 cm Durchmesser und benötigen einen durchlässigen, humosen Boden. Ihre zarten Blütenrispen, die über dem Laub schweben, sind ein zusätzlicher Bonus. Ehrlich gesagt, unterschätze ich nie die Wirkung dieser Pflanzen; sie bringen das ganze Jahr über Struktur und Farbe in dunkle Ecken.
Essbares Grün im Halbschatten: Kräuter und Gemüse für den Nordbalkon
Wer träumt nicht davon, frische Kräuter und knackiges Gemüse direkt vom eigenen Balkon zu ernten? Auch auf einem Nordbalkon mit ausreichend Licht gibt es Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen. Zwar müssen wir hier realistisch bleiben und auf absolute Sonnenanbeter wie Tomaten oder Paprika verzichten, aber es gibt genügend schattenliebende Alternativen.
Einige Kräuter fühlen sich im Halbschatten sogar wohler als in praller Sonne. Dazu gehören Minze (Mentha), Melisse (Melissa officinalis) und Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Minze und Melisse benötigen ausreichend Wasser und einen nährstoffreichen Boden. Sie wachsen sehr kräftig und sollten idealerweise in einem eigenen Topf (ab 20 cm Durchmesser) kultiviert werden, da sie sich sonst stark ausbreiten. Schnittlauch kann in einem Topf ab 15 cm Durchmesser gepflanzt werden und liebt ebenfalls einen feuchten, humosen Boden. Auch Petersilie (Petroselinum crispum) und Kerbel (Anthriscus cerefolium) gedeihen gut im Halbschatten, besonders die glatte Petersilie.
Beim Gemüse sind wir auf Arten angewiesen, die nicht auf intensive Sonneneinstrahlung für die Fruchtbildung angewiesen sind, sondern deren Blätter wir ernten. Exzellente Kandidaten sind verschiedene Salatsorten (Lactuca sativa), insbesondere Pflücksalat, und Spinat (Spinacia oleracea). Diese können in breiten, flachen Töpfen oder Balkonkästen angebaut werden (mindestens 15 cm tief). Sie benötigen einen humusreichen, gleichmäßig feuchten Boden. Auch Radieschen (Raphanus sativus) können im Halbschatten wachsen, obwohl sie dort etwas langsamer reifen und die Knollen kleiner bleiben können. Denken Sie auch an Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) – seine farbenfrohen Stiele bringen nicht nur Abwechslung auf den Teller, sondern auch Farbe auf den Balkon.
Tipp für maximale Ernte auf dem Nordbalkon: Nutzen Sie jede Stunde Sonnenlicht optimal aus. Platzieren Sie Ihre Pflanzgefäße so, dass sie auch die geringste Morgen- oder Abendsonne einfangen. Vertikale Pflanzsysteme können helfen, die Lichtexposition zu maximieren, indem sie die Pflanzen näher an die Balkonbrüstung oder überhängende Strukturen bringen, die etwas mehr Helligkeit abbekommen. Achten Sie darauf, die Pflanzen regelmäßig zu ernten, um sie zu neuen Wachstumsschüben anzuregen.
Die richtige Pflege für Schattenbewohner: Erde, Töpfe, Bewässerung und Düngung
Die Pflege von Schattenpflanzen unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von der Pflege sonnenliebender Gewächse. Hier sind die entscheidenden Aspekte, die Sie beachten sollten, um Ihren grünen Dschungel im Schatten optimal zu versorgen.
Schritt 1: Das passende Substrat wählen
Für die meisten Balkonpflanzen im Schatten empfiehlt sich eine hochwertige Kübelpflanzenerde, die gut strukturiert ist und Wasser speichern kann, aber gleichzeitig eine gute Drainage bietet. Eine Mischung aus torffreier Blumenerde, etwas Kompost und einer Beimischung von Sand oder Perlite (ca. 10-20%) hat sich bewährt, um Staunässe zu vermeiden. Staunässe ist der größte Feind von Schattenpflanzen, da die Verdunstung im Schatten geringer ist und die Erde länger feucht bleibt. Stellen Sie sicher, dass Ihre Töpfe stets Abzugslöcher haben.
Schritt 2: Die richtige Topf- und Kübelgröße
Die Größe des Pflanzgefäßes ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihrer Pflanzen. Ein zu kleiner Topf schränkt das Wurzelwachstum ein und erfordert häufigeres Gießen und Düngen. Für die meisten Blüh- und Blattschmuckpflanzen auf dem Balkon sind Töpfe mit einem Durchmesser von 20-30 cm ein guter Startpunkt. Stärker wachsende Pflanzen wie Hortensien oder Funkien benötigen größere Kübel von 30-40 cm Durchmesser oder mehr. Denken Sie daran, dass dunkle Töpfe im Sommer die Erde stärker aufheizen können, was im Schatten weniger problematisch ist als in der Sonne, aber dennoch bedacht werden sollte.
Schritt 3: Bewässerung – weniger ist oft mehr
Dies ist ein kritischer Punkt. Während sonnenliebende Pflanzen oft täglich, manchmal sogar zweimal täglich gegossen werden müssen, haben Schattenpflanzen einen deutlich geringeren Wasserbedarf. Die Verdunstung ist geringer, und die Erde trocknet langsamer aus. Ich sehe immer wieder, wie gut gemeintes, aber übermäßiges Gießen zu Wurzelfäule führt. Prüfen Sie die Feuchtigkeit der Erde, indem Sie Ihren Finger etwa 2-3 cm tief in das Substrat stecken. Fühlt sich die Erde trocken an, ist es Zeit zu gießen. Ansonsten warten Sie noch einen Tag. Im Winter ist der Wasserbedarf noch geringer; viele winterharte Pflanzen benötigen dann nur bei längeren Trockenperioden an frostfreien Tagen Wasser.
Schritt 4: Düngeempfehlungen für Schattenpflanzen
Auch wenn Schattenpflanzen oft langsamer wachsen, benötigen sie Nährstoffe. Beginnen Sie mit der Düngung im Frühjahr, sobald das Wachstum einsetzt. Für blühende Pflanzen empfiehlt sich ein Flüssigdünger für Blühpflanzen, der alle zwei Wochen während der Hauptwachstums- und Blütezeit verabreicht wird. Blattschmuckpflanzen wie Efeu oder Funkien profitieren von einem Grünpflanzendünger, der seltener (alle 3-4 Wochen) gegeben werden kann. Beachten Sie immer die Anweisungen auf der Düngerverpackung. Eine Überdüngung kann, insbesondere im Schatten, schnell zu Salzablagerungen und Wurzelschäden führen.
Worauf man achten sollte: Planung und Gestaltung Ihres Schattenbalkons
Ein Nordbalkon kann eine Herausforderung sein, aber mit der richtigen Planung und einigen kreativen Ideen wird er zu einer echten Wohlfühloase. Hier sind einige Punkte, die Sie berücksichtigen sollten.
Checkliste für den Schattenbalkon:
- Lichtverhältnisse analysieren: Beobachten Sie Ihren Balkon über den Tag hinweg. Wo gibt es eventuell doch ein paar Stunden Morgen- oder Abendsonne? Dies hilft bei der genauen Platzierung Ihrer Pflanzen.
- Wahl der Pflanzgefäße: Nutzen Sie verschiedene Größen und Höhen, um Dynamik zu erzeugen. Hängeampeln sind ideal, um den Raum nach oben zu erweitern und Pflanzen näher ans Licht zu bringen.
- Materialien: Töpfe aus Kunststoff oder Glasfaser sind leichter als Terrakotta und speichern die Feuchtigkeit besser. Terrakotta trocknet schneller aus, was im Schatten aber auch von Vorteil sein kann, wenn man zu viel gießt.
- Vertikales Gärtnern: Wandregale, Rankgitter oder Pflanztaschen sind hervorragend geeignet, um auf kleinem Raum viele Pflanzen unterzubringen und sie optimal ins Licht zu rücken.
- Farben und Texturen: Spielen Sie mit den unterschiedlichen Grüntönen und Blattformen der Schattenpflanzen. Silbrige Blätter oder solche mit gelben Akzenten können dunkle Ecken aufhellen.
- Accessoires: Wasserspiele, Laternen oder kleine Spiegel können das Ambiente zusätzlich aufwerten und das vorhandene Licht reflektieren.
Nehmen wir zum Beispiel diese Situation an: Ihr Balkon ist sehr schmal und lang. Anstatt nur Töpfe auf den Boden zu stellen, könnten Sie an der Wand ein Rankgitter für Efeu anbringen und davor schlanke Pflanzkübel mit Fuchsien und Funkien aufstellen. An der Brüstung hängen dann einige Hängeampeln mit Fleißigen Lieschen, die Farbe nach unten bringen. Diese Staffelung schafft Tiefe und nutzt den gesamten Raum optimal aus. Eine kleine Gartenbank mit weichen Kissen lädt zum Verweilen ein und vervollständigt das Bild.
Häufige Fehler vermeiden: So gedeiht Ihr Schattenparadies
Selbst erfahrene Gärtner machen Fehler, und im Schatten gibt es einige Fallstricke, die Sie kennen sollten, um sie zu umgehen. Ein vermeintliches Problem kann oft mit einer einfachen Anpassung gelöst werden. Aber was würden Sie in dieser Situation tun, wenn Ihre Pflanzen trotz scheinbar guter Pflege nicht richtig gedeihen?
- Überwässerung: Der häufigste Fehler bei Schattenpflanzen. Da die Verdunstung im Schatten geringer ist, trocknet die Erde langsamer ab. Ein zu viel an Wasser führt schnell zu Wurzelfäule, die sich durch gelbe Blätter oder schlappes Aussehen äußert. Prüfen Sie immer die Feuchtigkeit, bevor Sie gießen.
- Falsche Pflanzenauswahl: Der Versuch, Sonnenanbeter wie Geranien oder Lavendel in den Schatten zu zwingen, ist zum Scheitern verurteilt. Die Pflanzen werden kümmern, blühen spärlich und sind anfälliger für Krankheiten. Halten Sie sich strikt an Pflanzen, die für schattige Standorte ausgewiesen sind.
- Ungenügende Drainage: Töpfe ohne Abzugslöcher oder mit verstopften Löchern sind ein Garant für Staunässe. Achten Sie auf funktionierende Drainagesysteme und überlegen Sie, eine Schicht Blähton oder Kies am Topfboden einzufügen, um den Wasserabzug zu verbessern.
- Vernachlässigung der Winterpflege: Auch winterharte Schattenpflanzen in Töpfen benötigen Schutz. Die Erde im Topf friert schneller durch als im Beet, was die Wurzeln schädigen kann. Stellen Sie Töpfe an eine geschützte Wand, umwickeln Sie sie mit Jute oder Vlies, und gießen Sie an frostfreien Tagen mäßig.
Um Ihnen eine schnelle Übersicht über beliebte Schattenpflanzen zu geben, hier eine Vergleichstabelle:
| Pflanze | Lichtbedarf | Topfgröße (min.) | Bewässerung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Fuchsie | Halbschatten bis lichter Schatten | 20 cm Durchmesser | Regelmäßig feucht halten | Üppige, glockenartige Blüten, viele Sorten |
| Hortensie | Halbschatten | 30-40 cm Durchmesser | Gleichmäßig feucht, nicht austrocknen | Große Blütenbälle, farbveränderbar (bei blauen Sorten) |
| Fleißiges Lieschen | Lichter Schatten bis tiefer Schatten | 15-20 cm Durchmesser | Gleichmäßig feucht, täglich im Sommer | Unermüdliche Blüher, leuchtende Farben |
| Efeu | Halbschatten bis tiefer Schatten | 20 cm Durchmesser | Mäßig feucht, trockentolerant | Robust, winterhart, vielseitiger Blattschmuck |
| Funkie (Hosta) | Halbschatten bis lichter Schatten | 30 cm Durchmesser | Humos und feucht halten | Beeindruckende Blattformen und -farben |
| Purpurglöckchen (Heuchera) | Halbschatten bis lichter Schatten | 15-20 cm Durchmesser | Mäßig feucht, durchlässig | Farbenprächtiges Laub, winterhart |
Häufig gestellte Fragen
H3: Welche Kräuter wachsen im Schatten gut?
Im Schatten gedeihen besonders gut Minze, Melisse, Schnittlauch, Petersilie und Kerbel. Diese Kräuter bevorzugen einen feuchten, nährstoffreichen Boden und kommen gut mit weniger direkter Sonneneinstrahlung zurecht, was sie ideal für den Nordbalkon macht.
H3: Wie oft sollte ich Schattenpflanzen gießen?
Schattenpflanzen haben einen geringeren Wasserbedarf als Sonnenpflanzen, da die Verdunstung im Schatten reduziert ist. Gießen Sie erst, wenn die oberen 2-3 cm der Erde trocken sind. Prüfen Sie dies am besten mit dem Finger, um Staunässe zu vermeiden.
H3: Sind alle Schattenpflanzen winterhart?
Nein, nicht alle Schattenpflanzen sind winterhart. Während Efeu, Funkien und Purpurglöckchen in der Regel den Winter im Freien überstehen, müssen Fuchsien und Fleißige Lieschen frostfrei überwintert werden. Informieren Sie sich immer über die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Pflanzen.
H3: Kann ich im tiefen Schatten Gemüse anbauen?
Im tiefen Schatten ist der Anbau von Gemüse sehr schwierig, da selbst Blattgemüse wie Salat oder Spinat ein Minimum an Licht benötigt, um zu gedeihen. Für wirklich dunkle Ecken eignen sich eher Moose, Farne oder spezielle Blattschmuckpflanzen.
H3: Brauchen Schattenpflanzen Dünger?
Ja, auch Schattenpflanzen benötigen Nährstoffe, um gesund zu wachsen und zu blühen, wenn auch oft in geringeren Mengen als Sonnenpflanzen. Beginnen Sie im Frühjahr mit der Düngung und passen Sie die Häufigkeit und Dosis an die jeweiligen Pflanzenbedürfnisse und die Empfehlungen auf der Düngerverpackung an.
Ein Nordbalkon oder eine schattige Ecke ist keineswegs ein Hindernis für einen lebendigen und wunderschönen Garten. Mit der richtigen Pflanzenauswahl, einem fundierten Verständnis für die speziellen Bedingungen und der passenden Pflege können Sie auch diese Bereiche in eine üppige, grüne Oase verwandeln. Lassen Sie sich inspirieren und wagen Sie es, die scheinbaren Nachteile des Schattens in einzigartige Vorteile zu verwandeln, die Ihren Balkon oder Garten zu einem besonderen Blickfang machen. Das Team vom Balkon Dschungel steht Ihnen dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite.


